Pilsner Batch 01 – Mein erstes Selbstgebrautes

Das lang erwartete Wochenende war gekommen und ich begab mich daran, mein erstes eigenes Bier zu brauen. Für den Anfang sollte es ein einfaches Pilsner werden.

Mein Brautag begann schon früh. Zum einen, weil ich vor Ungedult nicht mehr warten konnte, zum anderen hatte ich ja noch keine Erfahrung, wie lange das Brauen dauern würde, und ich wollte nicht bis in die Nacht arbeiten. Aus diesem Grund war ich nach einem schnellen Frühstück bereits um 7:59 Uhr startklar.

Maischen

Das Wasser für den Hauptguss (16 Liter) kam bereits mit der perfekten Einmaischtemperatur von 50°C aus dem Hahn, und so konnte ich ohne langes Aufheizen direkt die Schüttung (4,1kg Bohemian Pilsner Malz 3-4 EBC) in den Sudkessel geben.

Pilsner Batch 01 - Einmaischen

Pilsner Batch 01 - Einmaischen

Die Maische wurde dann unter ständigem Rühren für die Eiweißrast auf 55°C erwärmt. Dies ging entgegen meiner Erwartung rasend schnell, und so überfuhr ich die Temperatur und landete bei 58°C. Da die Eiweißrast laut Literatur bei dem heutigen Malz nicht mehr unbedingt notwendig ist, war ich darüber nicht sehr betrübt. Im Gegenteil, ich lernte bereits aus dieser ersten Unachtsamkeit für die kommenden Rasten.

Trotz der etwas zu hohen Temperatur habe ich ein 15-minütige Eiweißrast eingehalten. Auch wenn diese nicht mehr notwendig ist, hatte ich aufgrund des frühen Starts doch die Zeit. Und  auch wenn sie vielleicht wenig bringt, schaden tut die Rast ja nicht.

Nach der Eiweißrast wurde weiter auf 64°C erwärmt. Die Temperatur wurde nach dem vorherigen Fehler diesmal auf den Punkt angefahren und war um 8:34 Uhr erreicht. An diesem Punkt wurde eine 40-minütige Maltoserast eingelegt.

Pilsner Batch 01 - Maltoserast

Pilsner Batch 01 - Maltoserast

Danach wurde es zum ersten Mal richtig spannend. Es folgte die erste Jodprobe um 9:17 Uhr. Fälschlicherweise erwartete ich, daß das Jod klar werden müßte, wenn keine Stärke mehr vorhanden ist. Natürlich ist dies nicht geschehen, und auch die Umfärbung in dunkles Lila, was bei vorhandener Reststärke die Reaktion ist, trat nicht auf. Somit war meine Maische nach der Maltoserast schon jodnormal, nur mir war das aufgrund meiner falschen Erwartung noch nicht klar, und der erste Anflug von Panik machte sich breit.

Die erste Verzuckerungsrast wurde ab 9:36 Uhr für 20 Minuten bei 72°C durchgeführt. Die zweite Jodprobe danach ergab (natürlich) dasselbe Ergebnis. Nun brach die Panik aus, und nochmal die Literatur gewälzt, wodurch ich meinen Fehler erkannte. Puh, doch noch nichts verbockt! Schnell konnte danach die zweite Verzuckerungsrast – ebenfalls 20 Minuten – bei78°C von 10:10 Uhr an durchgeführt werden.

Läutern

Bereits während der Maltoserast hatte ich begonnen, mein Nachguss vorzubereiten. Dafür wurden 14 Liter mit 78°C benötigt. Mit dem Wasserkocher konnte ich immer nur 1,7 Liter auf einmal kochen und wollte deshalb frühzeitig anfangen. Es hat sich jedoch gezeigt, daß ich zu früh angefangen hatte.

Pilsner Batch 01 - Nachguss vorbereiten

Pilsner Batch 01 - Nachguss vorbereiten

Der Nachguss hatte schon zum Zeitpunkt, als ich das Läutern begann, nur noch um die 68°C. Deshalb mußte ich umdisponieren. Statt die beim Läutern gewonnene Vorderwürze wieder direkt in den Sudkessel zurücklaufen zu lassen, nutzte ich diesen zum Aufheizen des Nachgusses und fing die Vorderwürze in meinem zweiten Braueimer auf, in dem ich zuvor den Nachguss vorbereitet hatte.

Pilsner Batch 01 - Vorbereitung zum Läutern

Pilsner Batch 01 - Vorbereitung zum Läutern

Dazu schöpfte ich zuerst die Maische mit einem Messbecher aus dem Sudkessel in den Braueimer mit Läuterblech und Ausguss. Dann kippte ich den zu kalten Nachguss in den Sudeimer zum Aufheizen und ließ die Vorderwürze in den freigewordenen Braueimer fließen.

Pilsner Batch 01 - Läutern 1

Pilsner Batch 01 - Läutern 1

Pilsner Batch 01 - Läutern 2

Pilsner Batch 01 - Läutern 2

Das Läutern begann um 10:40 Uhr und ging recht schnell. Bereits um 10:46 Uhr begann ich mit dem Nachguss und war um 11:04 Uhr fertig. Die Würze wurde zurück in den Sudkessel gefüllt und zum Kochen gebracht.

Pilsner Batch 01 - Vorbereitung Hopfenkochen

Pilsner Batch 01 - Vorbereitung Hopfenkochen

Hopfenkochen

Es dauerte etwa eine Stunde, bis die Würze zum Kochen kam und die Eiweißschicht abgeschöpft war. Um 12:04 Uhr erfolgte die erste Hopfengabe.

Ich habe zwei Hopfenarten verwendet, einen Aromahopfen und einen Bitterhopfen. Vom Aromahopfen Aurora (8,3% Alpha) habe ich 36g und vom Bitterhopfen Brewers Gold (6,1% Alpha) 32g genommen. Für die erste Hopfengabe nahm ich den gesamten Aromahopfen und 10g vom Bitterhopfen.

Pilsner Batch 01 - Hopfenkochen

Pilsner Batch 01 - Hopfenkochen

Um 13:24 Uhr folgten die restlichen 22g des Bitterhopfens als zweite Hopfengabe. Danach wurde noch 10 Minuten weitergekocht und dann die Kesselheizung ausgeschaltet.

Ausschlagen

Über das Ausschlagen möchte ich nicht weiter reden. Nur so viel: Beim nächsten mal habe ich einen Trubfilter! Das Auschlagen ging von 13:44 bis 14:50 Uhr. 2 Liter Würze wurden dabei als Speise abgezweigt und im Kühlschrank eingelagert.

Pilsner Batch 01 - Ausschlagen 1

Pilsner Batch 01 - Ausschlagen 1

Pilsner Batch 01 - Ausschlagen 2

Pilsner Batch 01 - Ausschlagen 2

Pilsner Batch 01 - Ausschlagen 3

Pilsner Batch 01 - Ausschlagen 3

Keine Sorge, die Trubstoffe sind alle aus der Würze gefiltert. Das Nudelsieb war nicht der einzige verwendete Filter. Aber wie gesagt, über den Rest rede ich nicht.

Die Würze steht nun im Kühlschrank um die für die Hefe angenehmen 20°C zu erreichen.

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3 Responses to Pilsner Batch 01 – Mein erstes Selbstgebrautes

  1. Thorsten says:

    Ganz schön viel Arbeit und einigermaßen kompliziert. Bin aber auf das Ergebnis gespannt und melde mich freiwillig zum Testen.

    Hmm, soso, du willst also nicht darüber reden, mit was hast du die Trubstoffe denn noch gefiltert? Ner alten gammeligen Socke? Vielleicht sollte ich mir das mit dem Testen nochmal überlegen… 😉

  2. Daniel says:

    Hallo!
    Ich freu mich immer wieder, wenn ich im Netz auf reichbebilderte Brauberichte aus Deutschland stoße. Es ist schöne zu merken, dass immer mehr Fahrt in die deutsche Heimbrauerszene kommt. Das brauchen wir wirklich! Ich werde heute auch noch einen eigenen Braubericht von meinem ersten Allgrain-Sud auf meinem Blog veröffentlichen. Schau mal rein, wenn du Lust hast.
    Prost,
    Daniel.

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